Japan 02: Kamakura und Daibutsu

Also auf zum zweiten Streich.

Nachdem ich während der ersten Woche nicht viel unternommen hatte, außer die Straßen in der unmittelbaren Nachbarschaft abzulatschen und im Supermarkt um die Ecke zu schauen, womit ich denn so preislich zu rechnen habe, haben mich vier meiner neuen Kollegen am Samstag zu einem Ausflug nach Kamakura mitgenommen.

Das ist ein Ort direkt an der Küste und war die Hauptstadt Japans als vom späten 12. Jahrhundert an die Shogune das Land regierten. Heute zeichnet er sich vor allem durch seine fünf großen buddhistischen Tempel, den großen Shintoschrein und natürlich dem Daibutsu aus.

Takahashi-san und Nakayama-san holten mich morgens vor'm Frühstück aus dem Wohnheim ab. Beim Wohnheimschef, der nebenher auch noch der Pförtner und Koch ist, hatte ich mich bereits am Abend vorher vom Frühstück abgemeldet - dafür reicht mein Japanisch immerhin! Jedenfalls sind wir dann mit dem Bus nach Atsugi gefahren, wo wir uns mit Yamasaki-san und Higashi-san am Bahnhof trafen, um dann gemeinsam mit diversen Bahnen nach Kamakura zu fahren. Die Strecke ist eigentlich gar nicht soweit, da das Streckennetz aber nicht wie bei uns von einem großen Anbieter geführt wird, sondern stattdessen viele kleine Unternehmen lokale Netze betreiben, muss man halt andauernd umsteigen, wenn man von einem Netz ins nächste will. Und während ich mich in Atsugi noch darüber freute, daß die Haltestellen auch mit lateinischen Buchstaben ausgeschrieben waren, musste ich bereits am nächsten Bahnhof feststellen, daß das nicht der Standard ist. Meine nächsten Solo-Bahnfahrten werde ich wohl vorher genaustens planen müssen. Hmm, oder vielleicht auch besser nicht, mal sehen, wo ich dann hinkomme emotion

Wir kamen dann gegen Mittag in Kamakura an und sind auch gleich in die erste Tempelanlage, zum Engakuji, rein. Nachdem wir uns dort umgesehen hatten und Higashi-san und mir schon der Magen knurrte, haben wir erstmal in einer Nudelsuppenküche Mittag gegessen. Danach ging es dann weiter zum zweiten Tempel, dem Kenchoji. Die Anlage war etwas größer als der Engakuji und es wimmelte von Touristen, sowohl einheimischen, für die Kamakura ein beliebtes Ausflugs-u. Pilgerziel ist, als auch europäischen - halb Frankreich schien dagewesen zu sein.


Während es dort allerdings noch recht übersichtlich war, war es bei unserer nächsten Station, dem Tsurugaokahachimangu, dem großen Shinto-Schrein vollkommen überlaufen, weswegen wir uns dort nur kurz aufhielten. Das Fotoschießen mit wenig Touris hat aber trotzdem ganz gut geklappt emotion

Viel Zeit hatten wir allerdings sowieso nicht mehr. Wir wollten noch zum Daibutsu und es fing bereits an zu dämmern (die Japaner machen die Umstellung von Winter- auf Sommerzeit nicht mit, weswegen es hier morgens schön hell und abends, wenn ich Feierabend habe, bereits dunkel ist). Also zum nächsten Bahnhof und noch ein bisschen Zug gefahren zu unserer vorletzten Station an diesem Tag, dem Daibutsu, dem berühmten großen Buddha von Kamakura.

Eine Infotafel wieß daraufhin, daß der gute Junge bei einer Körpergröße von knapp 13,5m ein Gewicht von 121t auf die Waage bringt und er einen Daumenumfang von 85cm hat emotion

Danach verabschiedete sich Higashi-san von uns und wir fuhren noch nach Yokohama-Chinatown, dem angeblich größten Chinatown in Asien. Dort aßen wir zu Abend und machten uns dann auf den Weg zurück nach Atsugi. Den letzten Bus zu meinem Wohnheim hatten wir am Samstag gegen 22 Uhr allerdings schon verpasst, weshalb wir auf ein Taxi zurückgreifen mussten. Und während Busfahren hier richtig günstig ist, kann man sich beim Taxifahren lieber überlegen, ob man dem Fahrer das Taxi nicht besser abkauft.

26.10.09 12:42

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