Eintrag 11: Halbzeit, Mormonen und Bisons

11 Tage sind rum, bleiben 11 Tage um nach LA zurückzukehren. Die letzten 1500 Meilen haben wir vor allem im Auto zugebracht.
 
Nachdem wir in Richfield noch mal ausgeschlafen hatten, sind wir hoch nach Salt Lake City gefahren. Dort haben wir zur Abwechslung mal in einem Hostel eingecheckt und sind dann erstmal zu Fuß 10 Minuten zum Temple Square gelaufen, um uns ein bisschen bei den Mormonen umzuschauen.

Erst haben wir uns draußen ein wenig umgesehen und dann wollten wir in den Tempel. Da kam dann allerdings gleich ein ganz in weiß gekleideter Herr auf uns zu, der uns daraufhin wieß, daß das Betreten des Tempels nur den Gläubigen erlaubt sei, wir aber eine Führung durch die restliche Anlage bekommen könnten. Und zack! standen auch schon die "Beautiful Sisters" Harris und Hon neben uns, beide in schlichter, uniformierter Kleidung mit einem Namensschild und einer kleinen Flagge des Geburtslandes versehen. Stephan war, mein "äh, woll'n wir nich' schnell da lang?" überhörend,  dafür die Führung mitzumachen. Sister Harris (USA) und Sister Hon (Südkorea) versicherten, wohl weil ich meinen skeptischen Blick nicht ganz verbergen konnte, daß die Tour "nur" 30 Minuten lang sei.
Was dann kam, war eine 60 minütige Tour mit den beiden Sisters, die so um die 20 gewesen sein müssten, und einem Mormonen-Missionar, der ganz zufällig auch in unserem Alter war und gut deutsch konnte.
Zeugen Jehovas? Kennt ihr, oder? Treten immer zu zweit auf, und möchten euch was aus der Bibel vorlesen? Werden von mir in der Regel mit einer geschlossenen Tür oder einem herzhaften Lachen begrüßt. Hier waren's nun drei, zum Lachen war mir nicht zu Mute und eine Tür gab's leider auch nicht - also Augen zu und durch.
Kurz zusammengefasst: Die Mormonen glauben, daß nach dem Tod Christi und seiner Apostel, keiner mehr auf Erden wandelte, der die Sünden der Menschen vergeben konnte. Aber zum Glück kam dann Mitte des 19. Jahrhunderts Johannes, der Täufer, nochmal in die USA und taufte Joseph Smith, der somit zum Propheten wurde und als nächstes das Buch Mormon ausbuddelte, daß 421 n. Chr. vom Propheten und späteren Engel Moroni den amerikanischen Ureinwohnern gegeben wurde. Damit ausgestattet konnte dann die Kirche Christi wieder hergestellt werden und somit gibt's wieder jemanden, der Sünden vergeben darf.
Zum Abschluss sollte ich dann noch meine Kontaktdaten hinterlegen, damit Missionare der deutschen Abteilung mir noch mehr Informationen geben können oder bei einem Besuch meine Fragen beantworten könnten. Und falls ich Freunde und/oder Bekannte hätte...
Ich war jedenfalls froh, als wir abends wieder im Hostel ankamen.

 
Am nächsten Tag ging's dann weiter im Auto von Utah über Idaho nach Wyoming rein bis kurz vor den Yellowstone National Park. Dort konnten wir uns in dem Ort Jackson wieder in einem Hostel einnisten und planten dort dann den nächsten Tag. Wir hatten gehört, daß im Yellowstone noch Schnee lag und ein Teil der Strecken, deshalb noch gesperrt sei. Wir entschieden uns dann nach einigem hin und her und Stephans Schuhwerk, daß es besser sei, möglichst viel mit dem Auto zu machen und nur zu Wandern, wenn die Pfade schneefrei wären.

Am Ende sind wir einen ganzen Tag mit dem Auto im Park unterwegs gewesen und auch erst nach Einbruch der Dunkelheit aus dem Park rausgekommen.

Heute morgen sind wir dann nochmal rein und dann über Montana wieder zurück nach Idaho.

 
Morgen schauen wir uns hier in der Nähe die Craters of the Moon an, bevor's dann weitergeht nach Reno. Dort werden wir nochmal versuchen die Reisekasse aufzubessern und uns dann Richtung San Francisco aufmachen.

19.5.09 05:51

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