Archiv

Japan 03: Schon vier Wochen

Die Zeit vergeht ziemlich schnell, schade eigentlich.Mittlerweile fühle ich mich hier so richtig wohl. Dazu tragen sicherlich auch meine Kollegen und das super Wetter bei.

Egal, zu Beginn der zweiten Woche, bekam ich ja dann endlich meinen Internetanschluss im Wohnheim und zeitgleich wurde auch das Hosen-Problem meiner Arbeitsuniform gelöst: "Es gibt keine Hosen in Ihrer Größe. Kaufen Sie sich zwei, wir bezahlen!" Das hört man doch gerne. Da ich aber keine Ahnung hatte, wo man denn Klamotten kaufen kann, bin ich nach Feierabend mit Okada-san nach Ebina gefahren und habe da ein paar Kleidungsgeschäfte durchgeklappert. Das Resultat viel eher dürftig aus. Es gab zwar längere Hosen, allerdings waren auch diese nicht lang genug. Letztlich habe ich dann zwei gekauft, die mit viel Wohlwollen nicht als Hochwasserhosen durchgehen. Da war ich  dann erst recht dankbar, daß Makino die Rechnung übernahm. Nur frage ich mich, was denn große Japaner (die sind zwar selten, gibt's aber auch) machen, jedesmal 'ne Maßanfertigung?

Am folgenden Wochenende hatte Okada-san mich mit zu Freunden, 10 Stück um genau zu sein, nach Chiba genommen. Die hatten sich das letzte Mal in der Uni als Studenten gesehen und wollten nun eine kleine Wiedersehensparty feiern. Da einige in der Uni auch Deutsch gelernt hatten, war ich mehr als willkommen. So sprachen die Deutsch bzw. Englisch, während ich mein Japanisch etwas üben konnte. Und nebenher konnte ich einiges an japanischem Essen genießen, insbesondere japanische Desserts sind manchmal äußerst gewöhnungsbedürftig.

Am letzten Freitag war dann "meine kleine" Willkommensparty wie Takahashi-san sich ausdrückte. Tatsächlich traf sich, mit wenigen Ausnahmen, die ganze Abteilung abends in Machida. Machida liegt schon näher am Tokyoter Zentrum, ist deshalb sehr viel urbaner als Atsugi, aber von Wolkenkratzern oder ähnlichem ist da auch noch nicht viel zu sehen. Die Zunahme von Leuchtreklamen deutet vielleicht daraufhin, daß man sich Tokyo nähert.

Jedenfalls trafen wir uns in einer Art Japanischer Kneipe, könnte auch ein Restaurant gewesen sein. Dabei waren auch die Manager bis hoch zum Vizedirektor der Entwicklungsabteilung. Zum Glück waren die nicht alle wegen mir da, sondern "meine kleine" Willkommensparty galt auch noch vier anderen Neuzugängen, die sich jedes Jahr im Rahmen dieser Party den neuen Kollegen vorstellen, einiges an Alkohol trinken und an Klamauk über sich ergehen lassen müssen. Dazu gibt's dann auch haufenweise Essen, weswegen ich zuerst der Meinung war in einem Restaurant zu sein. Allerdings als wir dann gegen 23 Uhr den Laden verließen, uns von unseren Vorgesetzten verabschiedeten und dann die nächste Kneipe ansteuerten, um fröhlich weiterzufeiern, gab's auch wieder haufenweise Essen dazu.

(von links: Nakayama-san, Higashi-san, Takahashi-san und Yamasaki-san)

Heute war ein Feiertag und zwar der Nationale Kulturtag. Da das Wetter wieder richtig super war - blauer Himmel, Sonnenschein und angenehme 20 °C - hatte ich keinen Bock im Wohnheim zu hocken und zu Lernen. Bin stattdessen mit Bus und Bahn zwei Stunden nach Odawara gefahren und habe mir meine Portion japanischer Kultur einverleibt. In Odawara steht eine der wichtigsten Festungen der Region, inklusive Museum und Shintoschrein. Für knapp hundert Jahre hatte hier der Hojo-Clan seine Machtbasis und sein Einfluss erstreckte sich bis über das heutige Tokyo hinaus, bis am Ende des 16. Jahrhundert Hideyoshi Toyotomi nach dreimonatiger Belagerung die Burg einnahm, in Folge dessen Japan einte und den Weg frei machte für Tokugawas Shogunat.


1 Kommentar 3.11.09 10:12, kommentieren

Japan 04: Tokyo!

Nachdem ich mich die ersten Wochenenden im Umland rumgetrieben habe, bin ich an den letzten beiden Wochenenden endlich nach Tokyo rein. Und, ich weiß zwar noch nicht wann oder wie, ich muss da noch mal hin!

(Blick vom Rathaus Richtung Tokyos Zentrum)

Die Stadt ist einfach riesig - in jeder Hinsicht!  Als eine der größten Städte der Welt erstreckt sie sich von Horizont zu Horizont, Wolkenkratzer stellen Hochhäuser in den Schatten und wenn ich mir überlege, was ich im U-Bahn-Netz an Kilometern sowohl per Bahn als auch zu Fuß zurückgelegt habe, dürfte ein Großteil der Stadt auch mindestens zweigeschossig unterkellert sein - hat ein bisschen was von Raccoon City...

(Blick in die andere Richtung)

Natürlich sind ein wesentlicher Anblick an der Oberfläche die allgegenwärtigen Leuchtreklamen, die aber, glaube ich, außer von den Touris, durch die sich hin- und herwälzenden Menschenmassen ignoriert werden.


Aber es gibt in Tokyo auch ein paar ruhigere Plätze wie den kaiserlichen Park, den Meiji-Schrein, den Asakusa-Tempel und noch ein paar mehr. Die habe ich mir genauso angesehen, wie das Elektronik-Viertel Akihabara, das Rathaus in Shinjuku, Mori-Tower und den einen von zwei Schwerpunkten des tokyoter Nachtlebens in Roppongi und die größere und leichtere Variante des Eiffelturmes - den Tokyo Tower. Außerdem habe ich mir eine Vorstellung im Kabuki-za angesehen. Das ist eine der traditionellen japanischen Theaterformen. Das Stück war die Geschichte von den 47 Ronin - zum Glück! So wußte ich wenigstens, worum es ging, verstanden habe ich nämlich kein Wort.


Während ich den Großteil des Sightseeings bereits am vorletzten Wochenende absolviert hatte, war ich am letzten Wochenende vorrangig für die East Tokyo Open 2009 angereist - Kickern auf'm Tornado mit der Hälfte der japanischen Nationalmannschaft und immerhin den 5. Platz gemacht, yeah!!


Übernachtet habe ich, wie ich's meistens versuche, in Backpacker Hostels. Allerdings gehörte meiner Meinung nach als wesentlicher Bestandteil der Tokyo-Erfahrung auch eine Übernachtung in einem Kapselhotel - das ist nicht schön, nicht bequem und nicht billig, aber der Spaß war es mir Wert!


1 Kommentar 24.11.09 12:07, kommentieren