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Eintrag 8: Easterbreak und Formal

Ostern am Strand! Jepp, das waren auf jeden Fall drei tolle Tage. Bei angenehmen 20-30°C faul am Strand rumliegen, im Atlantik schwimmen und nachts feiern ist auf jeden Fall mal eine willkommene Abwechslung zum Osterfeuer gewesen.


Oberes Sofa: Carl (Schweden) und Pauline - am Boden liegend: Freddie (Schweden), Jenny und Kaisa (Finland) - und dann von rechts nach links: Dee (Irland), Yulia (Spanien), Andrea (Bolivien), Steven und Gini (USA) - und das Foto machte Hannah (USA)

Wir sind also am Karfreitag morgens mit zwei Autos losgefahren nach Carolina Beach. In unser Apartmenthaus konnten wir zwar erst um 14 Uhr einziehen, aber wir wollten halt möglichst viel Zeit zum Sonnen nutzen und so lagen wir dann bereits um 11 Uhr am Strand - ich diesmal auch mit Sun-Blocker.

Drei Stunden später dann erstmal im Haus einrichten und dann wieder ans Wasser, bzw. dann auch ins Wasser. Der Atlantik war hier schon angenehm warm, zumindest hatte ich mit kälterem Wasser gerechnet, aber so war's natürlich besser.

Abends sind wir dann erstmal Einkaufen gefahren. Während sich die Mädchen in den Supermarkt sind, um Essbares zu besorgen, sind die Jungs und ich erst in den Liquor-Store und dann Bier holen. Den ganzen Tag in der Sonne, das macht durstig!

Der Samstag verlief dann ähnlich, tagsüber am Strand sein und nachts den Kühlschrank zu Ende plündern, schließlich mussten wir am Ostersonntag das Apartment wieder räumen und zurück nach Raleigh. Ostermontag ist hier halt kein Feiertag...

Am 18. April hatten wir dann unser Alexander Formal. Das ist der jedes Semester stattfindende Abschlussball. Der findet immer kurz vor Beginn der Final-Wochen statt, weil die meisten dann noch nicht am Lernen sind und somit verkraften können, wenn ein Tag quasi ausfällt.

Es ging um 20 Uhr mit einem Dinner im Ballsaal des Studentenzentrums los. Der uni-eigene Catering-Service sollte uns mit italienischem Essen versorgen. Serviert wurde dann Mozzarella-Salat, Spaghetti mit Tomatensauce, Würstchen mit Paprikastreifen und Käsekuchen mit roter Sauce. In meinem Bild von italienischem Essen kamen Würstchen und Käsekuchen zwar nicht vor, aber immerhin hat's gut geschmeckt.

Danach  verlagerten wir den Ball für etwa eine Stunde zurück ins Wohnheim, um dem Catering-Service Platz und Zeit zum Aufräumen zu geben. Diese Zeit nutzten wir zum Vorglühen (im Ballsaal, der ja Uni-Gelände ist, ist Alkohol ja verboten) und kehrten dann wieder zurück. Die Uni hat aber freundlicher Weise beide Augen zugekniffen und keine Aufsichtspersonen abgestellt, sodaß am Ende unter Einhaltung der Alkoholregeln (unverdächtige Plastik-/oder Papiertüten oder Umfüllen in Cola-Flaschen, etc) keiner verdursten musste.

von links nach rechts: Michael (mein Flurwart), Janov (Indonesien), Markus und meine Wenigkeit

Worauf die Uni dann allerdings sehr wohl achtete, war, daß um 1 Uhr Schicht im Schacht war. Na gut, dann haben wir halt im Wohnheim weiter gefeiert.

Nun stehen die Final-Wochen an. Bis zum 05. Mai muss ich drei Projekte fertigstellen und zwei Prüfungen schreiben. Dann ist das Semester hier zu Ende und es heißt Abschied nehmen und ab an die Westküste!

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Eintrag 9: Abschied

Am Ende ging das  Semester dann doch ziemlich schnell zu Ende. Dienstag habe ich mein letztes Abschlussprojekt beim Professor eingereicht und dann zugesehen, wie die ersten Richtung Heimat aufbrachen.

Die meisten sind dann gestern Vormittag abgereist, sodaß heute nur noch fünf Internationale und fünf Amerikaner hier sind. Da auch alle anderen Studenten gestern auschecken mussten, war der gesamte Campus heute mehr oder weniger totenstill.

Ich habe den Tag damit verbracht meine Sachen zu packen, das Zimmer aufzuräumen und noch ein paar Fotos vom Campus zu machen.

NC State ist durch Backsteine geprägt. Die meisten Gebäude, das Pflaster und auch Fahrradständer sind daraus gemacht. Der Grund dafür ist ein Ehemaliger, der nach seinem Abschluss ein erfolgreiches Backstein-Unternehmen gegründet hat und der Uni seit dem jährlich 18.000 Backsteine schenkt - unter einer Bedingung: Sie müssen verwendet werden. Verkaufen oder Verschenken ist verboten.

Das führt dann zu solchen Konstruktionen, wie im oberen Teil des Bildes. So stehen überall auf dem Campus Backsteinskulpturen und der Schornstein ist nicht funktionstüchtig. Beziehungsweise die einzige Funktion besteht darin, während der Weihnachtszeit mit Lichterketten zu glänzen.

Zwei weitere "Sehenswürdigkeiten" sind die Kaugummibrücke und der Free-Expression-Tunnel. Letzterer darf von jedem mit Graffitis und Nachrichten besprüht werden, was ausgiebig gemacht wird, sodaß das Aussehen des Tunnels sich kontinuierlich ändert.

Außerdem haben wir hier gerne über diese beiden "Points of Interest" gelacht: Harrelson Hall, das runde Gebäude war ein Studentenprojekt der Bauingenieure hier. Die haben eigentlich einen ziemlich guten Job gemacht - nur bei ihren Berechnungen eine Kleinigkeit vergessen: Das Fundament muss nicht nur das Gebäude tragen, sondern auch Inventar. Ende vom Lied: Harrelson Hall sinkt und wird deshalb nächstes Jahr abgerissen. Nummer zwei ist der Gulli auf dem unteren Bild. Man kann es, denke ich, erkennen, daß die Straße einen Hang hinaufführt, oder? Herabströmendes Regenwasser läuft jedenfalls am Gulli vorbei weiter die Straße hinab.

Tja, das war's dann auch schon. In sechs Stunden mache ich mich auf den Weg zum Flughafen und dann geht's zunächst mal nach Los Angeles. Ich weiß nicht, ob ich dort an der Westküste nochmal die Zeit finde, einen weiteren Eintrag zu posten.
Auf jeden Fall bleiben nur noch knappe drei Wochen, dann bin ich wieder in Deutschland. Bis denne, Hagen!

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Eintrag 10: Wild wild West - die ersten 1500 Meilen

Heute haben Stephan und ich es etwas ruhiger angehen lassen. Und da unser Motel hier in Richfield, Utah, ausnahmsweise doch mal ans Telekommunikationsnetz angeschlossen ist, kann ich also einen ersten Zwischenbericht abgeben.

Nachdem wir also letzten Freitag in aller Frühe zum Flughafen und dann über Charlotte nach LA geflogen sind, haben wir uns dort ohne uns großartig umzusehen ins Auto gesetzt und sind Richtung Death Valley gefahren. Gegen Abend waren wir dann in Ridgecrest, einem kleinen Ort kurz vor'm Death Valley. Dort haben wir dann übernachtet und sind am nächsten Morgen wieder früh los, um uns das Death Valley noch vor der Mittagssonne anzusehen. Der Plan ging auf und so konnten wir dort auch ein paar kleinere Spaziergänge machen, bevor wir dann vor der Hitze Richtung Las Vegas flohen.

Unser Hostel in Las Vegas verfügte neben einem eigenen Casino zum Glück auch über einen Pool, sodaß wir den späten Nachmittag und frühen Abend darin zubrachten. Als die Sonne dann langsam unterging verließen wir den Pool und machten uns auf zum Strip - Zocken wollten wir noch nicht, erst mal nur Fotos machen.

Am nächsten Tag gammelten wir wieder zunächst am und im Pool, bevor wir uns dann wieder mit der untergehenden Sonne Richtung Strip aufmachten. Diesmal waren das Mirage, das Bellagio und das MGM Grand eingeplant. Naja, Glücksspiel ist nicht meine Stärke: Das, was ich in den ersten beiden Casinos gewonnen hatte, verlor ich dann im dritten. Egal, zum Üben schon mal nicht schlecht. Immerhin steht auf dem Rückweg noch Reno auf dem Programm.

Am Montag Morgen dann wieder früh los. Diesmal wollten wir zum Hoover Dam und danach zum Grand Canyon und im letzteren noch eine Wanderung unternehmen, bevor die Sonne untergeht. Letzteres hat leider nicht ganz geklappt. Oder zum Glück, wie man's nimmt. Den Sonnenuntergang haben wir unten im Canyon mitbekommen, sodaß wir dann mit zunehmender Dunkelheit wieder hinausklettern mussten. Als wir dann gegen 21 Uhr in absoluter Dunkelheit bei unserem Auto ankamen, wollten wir eigentlich nur noch schlafen, aber leider wies uns ein Park Ranger gegen 0:30 Uhr darauf hin, daß Wild Camping verboten sei und wir doch bitte den Campingplatz anlaufen sollten. Da wir für eine unbequeme Übernachtung im Auto nicht auch noch Zahlen wollten, haben wir uns mit dem Auto eine dunkle Ecke hinter dem Grand Canyon Visitor's Center gesucht und dort weiter gepennt - diesmal ohne Störungen.
 
Am nächsten Morgen dann, nach einer weiteren Wanderung in den Canyon, sind wir zum Navajo National Monument. Dabei handelt es sich um ein Pueblo in einer Steinnische. Der Anblick war schon toll, allerdings hätte ich mir das ganz lieber aus der Nähe angesehen. Leider war das aber verboten.

Danach ging's dann weiter ins Monument Valley. Das kennt ihr bestimmt aus irgendwelchen Western oder der Marlboro-Reklame. In der Abendsonne war das auf jeden Fall ein super Anblick!
 
Mittwoch waren wir dann im Arches National Park, der berühmt ist für seine steinernen Bögen. Während man im Monument Valley mit dem Auto rumfahren musste, war hier dann wieder Wandern angesagt. Wir entschieden uns für zwei kleinere und eine größere Strecke zu den interessanteren Bögen und verbrachten somit den ganzen Tag dort.

Heute ging's dann in den Bryce Canyon. Da wir noch von gestern ziemlich KO waren, entschieden wir uns hier nur eine Wanderung zu unternehmen und ansonsten die diversen Viewpoints anzufahren und wie alle anderen Touristen auch von dort Fotos zu schießen.

Morgen machen wir uns dann weiter auf den Weg nach Norden. Zunächst geht's nach Salt Lake City und dann weiter zum Yellowstone Park, dem nördlichsten Punkt unseres Trips.

1 Kommentar 15.5.09 07:47, kommentieren