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Eintrag 7: In the Army now - oh, you're in the army now

Dieser Refrain des gleichnamigen Liedes von Status Quo schwirrt mir seit ein paar Tagen im Kopf herum. Der Grund? Ich habe Post bekommen: Uncle Sam wants me! Ich wurde offiziell als Wehrtüchtiger registriert. Dann mache ich also meinen Sommerurlaub unter der Sonne Afghanistans oder im Irak - dort ist ja auch ein Bombenwetter emotion

Naja, werde denen demnächst mal schreiben müssen, sonst lande ich da tatsächlich noch.

Und weiter geht's. Während den letzten Wochen war Dodgeball angesagt. Das ist so eine Art Völkerball. Dabei versuchen zwei Vierer-Mannschaften mit vier zur Verfügung stehenden Bällen sich gegenseitig abzuwerfen. Wird man direkt getroffen ist man draußen, es sei denn, es gelingt einem den Ball noch zu fangen, bevor er irgendwas anderes berührt. Fängt man den Ball bevor er einen trifft, muss der Werfer vom Platz, während das eigene Team einen Spieler wieder zurück ins Spiel bringen darf. Es verliert das Team, daß zu erst keine Spieler mehr auf dem Platz hat.

Früher in der Schule haben wir Völkerball immer auf einem Spielfeld gespielt, das etwas kleiner als ein Basketballfeld war. Hier wurde allerdings ein Squash-Raum benutzt, da bleiben einem vier Mann starken Team dann nur ungefähr 5m² zum Ausweichen. Das funktionierte für drei Teams unseres Wohnheimes ganz gut. Mein Team allerdings bestand aus Markus und Frederik (beide aus Schweden und größer, bzw. so groß wie ich), Jack (einer unserer US-Studenten, zum Glück ein ganzes Stück kleiner) und mir. Wir waren damit trotzdem das im Schnitt größte Team und hatten damit noch etwas weniger Platz. Entsprechend dachten wir, daß wir eher schlecht abschneiden würden. Am Ende konnten wir uns zusammen mit zwei der anderen Teams unseres Wohnheims unter den Top-30 von 50 Teams platzieren und somit die Play-offs spielen. Das lag zum Großteil an Jack, der, während wir anderen versuchten uns beim Ausweichen nicht gegenseitig über den Haufen zu rennen/springen, zwischen uns herum wuselte und die gegnerischen Bälle fing. Im Achtelfinale war dann trotzdem Schluß für uns, aber damit waren wir immerhin das erfolgreichste Team im Wohnheim.

Letztes Wochenende waren dann 30 von uns auf einem teilweise von der Uni finanzierten Trip nach Washington, DC. Es gab ein kleines Programm, das uns jeweils Freitag und Samstag etwa zwei Stunden in Anspruch nahm, während wir den Rest "fast" freigestalten durften. "fast" bedeutet, daß hierbei verschärfte "Rules of Student Conduct" galten, was im Klartext hieß: Kein Alkohol und Anwesenheitsappell um 01:00 Uhr. Das ganze wurde uns mit dem Kommentar verkauft, daß die Uni von uns erwartet, daß wir uns wie Erwachsene verhalten - ja, ist klar! Ich will es mal so ausdrücken: wir und die Uni hatten da ganz eindeutig stark von einander abweichende Erwartungshaltungen und die unsere war leichter und mit viel mehr Enthusiasmus umsetzbar.

(Von links nach rechts: Markus, Rick und meine Wenigkeit)

Versteht sich von selbst, daß es sich hierbei um Cola-Gläser handelt, oder?

Das Programm bestand am Freitag aus einer Audienz mit dem Kongress-Abgesandten unseres Distriktes in North Carolina und am Samstag aus einem Treffen mit dem Oberhaupt der Citizens for Global Solutions - jaha, so spannend war das!

Zum Glück hatten wir genügend Freizeit, um selber die Stadt zu erkunden. Entsprechend wurden dann das Capitol, das Weiße Haus, George Washington Monument, Lincoln Monument, Jefferson Monument und die Smithsonians abgeklappert. Letzteres sind eine Reihe Museen, die alle möglichen Themen abdecken. Ich habe mir das National Air and Space Museum, National Museum of American History, National Museum of Natural History und den National Zoological Park angesehen.

Und ich habe Scrat gefunden! Er hat die Zeit seit der Eisschmelze allerdings nicht so gut überstanden.

Außerdem waren wir auf dem Arlington National Cemetery, dem wahrscheinlich größten und berühmtesten amerikanischen Veteranen-Friedhof. Unter anderem war ich am Grab von JFK und die Wachablösung am Grab des unbekannten Soldaten habe ich auch mitbekommen.

Am kommenden Wochenende fahre ich mit einer kleinen Gruppe an den Atlantik. Wir haben dort ein Haus am Strand gemietet und werden dort bei hoffentlich gutem Wetter Ostern feiern!

Und hier noch zwei Fotos vom Raketenstart. Die Rakete kann man leider nicht erkennen, allerdings den Schweif im oberen Bild und die glühenden, ins Meer fallenden Treibstofftanks im unteren Bild.

1 Kommentar 9.4.09 00:17, kommentieren