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Eintrag 6: Bin noch hier!

Ist schon eine ganze Weile her, seit ich das letzte Mal etwas gepostet habe. Das liegt zum einen daran, daß nicht wirklich viel passiert ist und ich zudem viel Zeit mit Lernen verbracht habe - kein Scherz!

 

Aber der Reihe nach. In der letzten Februar-Woche hatte sich unsere Wohnheimmannschaft geradeso für die uni-internen Play-offs qualifiziert. Dazu hatte uns ein Sieg in drei Spielen gerade so gereicht.

Außerdem wurde das Wetter wieder schlechter, sodaß ich sehnsüchtig auf die Springbreak wartete, um nach Florida zu reisen - Sonne, Strand und Party! Und eine Woche ohne Hausaugaben!

Am 28.02. nahm Markus, ein schwedischer Kommilitone, der Besuch von seiner Freundin bekam, um mit ihr durch Florida zu reisen, Cesar, meinen mexikanischen Mitbewohner, Antonio, ein spanischer Austauschstudent, und mich in einem gemieteten Auto mit bis nach Jacksonville, Florida. Die Fahrt war, wie die meisten Fahrten, die ich bisher gemacht habe, eher langweilig. Wenn man mit 90km nach Süden schleicht, die Sonne am Horizont sieht und die Schlechtwetterfront im Nacken hat, dann wünscht man sich etwas weniger Polizeipräsenz auf dem Highway.

In Jacksonville trennten wir uns dann von Markus und seiner Freundin und mieteten unser eigenes Auto, um nach Miami zu fahren. Dort verbrachten wir zwei Nächte mit Party feiern und tagsüber die Stadt erkunden, bzw. am Strand liegen. Letzteres war allerdings nicht ganz so toll, da die Wolken uns bis Miami gefolgt waren und wir Temperaturen um 20° hatten - naja, immer noch besser als Tornados in Alabama oder Schneechaos entlang der Ostküste inklusive Raleigh (später erfuhr ich, daß die Uni in der Woche wieder zweimal komplett geschlossen wurde aufgrund des Schnees).

Dienstag traf ich mich dann mit Markus und seiner Freundin in Miami, um mit den beiden weiter nach Key West zu fahren, während Cesar und Antonio wieder nach Raleigh zurückkehrten, um zu arbeiten.

Wir jedenfalls hatten eine zur Abwechslung mal tolle Fahrt nach Key  West. Etwa 200km führt der Highway über eine Brücke vom Festland über Dutzende von Inseln bis nach Key West, ein toller Anblick: Lagunen, Mangroven, Segelschiffe, Pelikane und wir konnten sogar einen Delphin sehen!

In Key West verbrachten wir dann einen Tag am Strand bei etwa 25°. Mir brachte das natürlich einen Sonnenbrand ein .

Dann trennte ich mich von den anderen beiden, die noch an Floridas Westküste wollten. Ich blieb also noch einen weiteren Tag dort, erkundete morgens und abends die Insel und hielt mich mittags in meinem Hostel auf, um die restlichen Tage zu planen.

Die NASA hatte den Start für das Keplar-Teleskop für Freitagnacht in Cape Canaveral angesetzt und den wollte ich auf keinen Fall verpassen. Eigentlich war mein Plan gewesen per Anhalter von Key West nach Cape Canaveral zu reisen und dann von dort am Samstag weiter nach Jacksonville zu trampen. Und von dort dann mit dem Amtrak-Zug weiter nach Raleigh, sodaß ich am Sonntag wieder zurück gewesen wäre und noch genug Zeit für meine Hausaufgaben gehabt hätte. Da per Anhalter reisen in den USA schwierig ist (in einigen Staaten verboten, in anderen wird empfohlen keine Anhalter mitzunehmen oder lieber nicht per Anhalter zu fahren), hatte ich mir für den Notfall die Greyhound-Fahrpläne von Cape Canaveral nach Jacksonville rausgesucht, nur um festzustellen, daß der einzige Bus am Samstag zu spät dort ankommen würde, um den einzigen Zug nach Raleigh noch zu erwischen.

Habe mich dann dazu entschlossen, lieber selber ein Auto zu mieten und Anhalter mitzunehmen (naja, im Endeffekt gab's keine). Somit war ich dann jedenfalls rechtzeitig in Cape Canaveral um den Start zu sehen. Meine Kamera ist für Nachtbilder nicht ausgelegt, aber zum Glück war Markus wieder zur Stelle.

Der Raketenstart war für mich definitiv das Beste an der ganzen Springbreak, da kann auch der Delphin nicht mithalten. Der Start war im Prinzip Sylvester in XXL! Ich kann's nur jedem empfehlen, wenn ihr die Chance habt, schaut euch das an!

Sobald ich die Fotos von Markus habe, poste ich ein paar davon hier.

Und nun zur letzten Etappe der Springbreak. Die Übernachtfahrt  mit dem Amtrak von Jacksonville nach Raleigh. Ich werde definitiv nie wieder über die Deutsche Bahn meckern, nie! Da ich relativ früh in Jacksonville war und der Bahnhof etwas außerhalb liegt - ein Stadtplan sieht das zwar anders, aber ich hatte immerhin den Eindruck mitten in der Pampa zu hocken - verbrachte ich neun Stunden in der Bahnhofshalle. Während dieser neun Stunden kamen immerhin drei Züge an (meinen mit eingerechnet) und mit einer Verspätung von nur einer Stunde war meiner noch am pünktlichsten. Das schien aber außer mir niemanden zu stören , ich hatte eher das Gefühl die anderen Reisenden waren dankbar, daß er überhaupt kam. Die Fahrt an sich hatte dann auch eher was von einem Ritt in der Achterbahn. Der Amtrak schaukelt so stark und man spürt fast jede Bahnschwelle, aber immerhin versuchen sie's mit mehr Beinfreiheit und bequemen, zurückklappbaren Sitzen wieder wettzumachen. Wenn man sich an das ewige Schaukeln und Ruckeln gewöhnt hat, kann man wahrscheinlich auch in den Sitzen schlafen, ich allerdings erstmal nicht.

Zurück in Raleigh begannen dann die Play-offs. Die erste Runde konnten wir ohne Mühe überstehen. In der zweiten Runde machten wir unser bestes Spiel überhaupt. Wir lagen zweimal mit 15 Punkten hinten, konnten das wieder wettmachen, mussten uns am Ende aber dann doch geschlagen geben.

Egal, jetzt kann ich meine ganze sportliche Energie in Dodgeball investieren. Da beginnt die Saison nächste Woche. Mal sehen, was daraus wird.

3 Kommentare 18.3.09 23:27, kommentieren