Letzter Eintrag: Von San Francisco bis LA

Am Tag der Abreise aus San Francisco hatten wir nochmal richtig Glück mit dem Wetter. Endlich war die Golden Gate Bridge mal nicht im Dunst versteckt. Wir haben das genutzt und noch ein paar Fotos geschossen, bevor wir uns auf die letzte Etappe machten.

Von San Francisco ging's erstmal zum Yosemite National Park. Im Inland waren die Temperaturen deutlich höher als an der Küste - so etwa 20°C Unterschied. Im Park angekommen, wollten wir eigentlich eine Wanderung zum Kopf der Yosemite Falls machen, allerdings kam uns auf halbem Weg ein Gewitter dazwischen, sodaß wir umkehrten.

Wir übernachteten abends in Fresno und fuhren am nächsten Tag über den Sequoia National Park und durch LA nach San Diego.

In San Diego haben wir uns am nächsten Morgen dann das alte Stadtzentrum, das Gaslamp Quarter, angesehen und eigentlich wollten wir noch zum Pazifik schwimmen gehen. Allerdings war's uns dann doch etwas zu kühl und so verschoben wir das Schwimmen bis nach LA, wo wir nachmittags ankamen, in einem Hostel in der Nähe des Flughafens eincheckten und dann erstmal den Mietwagen innen und außen sauber machten.

Der Mietwagen wurde dann am nächsten Morgen zurückgegeben, nachdem wir uns bei einem der wenigen Metro Service Center mit einem Tagespass für den Bus ausgestattet hatten. Danach machten wir uns auf den Weg zum Rodeo Drive und weiter nach Hollywood zum Walk of Fame.

Die meiste Zeit über saßen wir dabei im Bus. Das Netz ist zwar gut ausgebaut. Allerdings sitzt man aufgrund des Verkehrs und der Distanzen Ewigkeiten in den Bussen. Und so etwas wie eine U-Bahn oder Straßenbahn haben die hier nicht; jedenfalls nicht im Westen der Stadt. Wir sind dann am späten Nachmittag noch von Hollywood zum Santa Monica Pier gefahren und haben uns da noch etwas umgesehen, sind kurz in den nicht kalten, aber ziemlich dreckigen Pazifik gesprungen und dann wieder zurück in unser Hostel.


Im Moment bin ich damit beschäftigt die Zeit tot zu schlagen. Es sind noch etwa drei Stunden bis ich das Shuttle zum Flughafen nehmen kann und der absolut letzte Teil dieser Reise beginnt: LA, New York, Raleigh, Washington, Frankfurt und Hamburg in 27 Stunden.

1 Kommentar 30.5.09 22:42, kommentieren

Eintrag 12: Zwischen Mondkratern und the Rock

Auf dem Weg vom Yellowstone National Park nach Reno gab's außer vielen Highway-Meilen mit mäßig interessanter Landschaft nur einen Lichtblick: Die Craters of the Moon!
Das ist eine riesige Basalt-Obsidian-Wüste, die sich vor Urzeiten bei durch Vulkanausbrüche gebildet hat. Bis heute wächst da kaum Grünzeug und die einzigen Tiere, die man regelmäßig sieht, sind Eidechsen und Krähen, die zwischen schwarzen Gesteintrümmern, Vulkankratern und versteinerter Lava einen Platz zum Leben gefunden haben.
 
Wir haben dort ein paar Stunden zugebracht bis die Sonne den schwarzen Grund soweit aufgeheizt hat, daß der Wind, der von der Ebene kam und uns den Basaltstaub ins Gesicht bließ auch nicht mehr wirklich kühlte. Und da mir der Wind zu allem Überfluss auch noch mein geliebtes CAT-Cap vom Kopf gerissen hatte, das jetzt irgendwo durch die Ebenen Idahos fliegt, war ich ganz froh als wir uns danach weiter Richtung Reno machten.
 
Nach einer Übernachtung in Twin Falls kamen wir dann einen Tag später in Reno an. Ich hatte zwar erwartet, daß es sich dabei um das Las Vegas für die kleinen Leute handelte, allerdings war ich dann doch ziemlich überrascht. Es gab zwar einige Kasinos in Downtown Reno, allerdings standen da auch mindestens drei Kasinos, die wohl pleite gemacht hatten oder aufgegeben worden waren und außerdem standen dort auch haufenweise leere Ladenlokale. Ich hatte jedenfalls den Eindruck, daß die Stadt langsam am Aussterben war, denn viel war auch auf den Straßen und den Kasinos nicht los.
 
Immerhin war das Spielen deutlich günstiger und mit ein bisschen Glück konnten wir uns beim Roulette und Black Jack die Übernachtung in Crescent City am Redwood National Park zusammenspielen.
Dort brachten wir dann den Freitag mit Wandern zwischen den Redwoods, den größten Bäumen der Erde, zu.
Riesenbäume in einem Wald voller Riesenbäume zu fotographieren ist etwas schwierig. Daher musste Stephan, der so groß wie ich ist, hier als Maßstab herhalten.
 
Abends machten wir uns dann auf den Weg nach San Francisco, wo wir am Samstag ankamen. Leider war das Wetter hier mehr als schlecht. Wenn's nicht gerade bewölkt war, versank die Stadt und die Bucht im Nebel. Und der Wind, der vom Meer kam, machte die 10 - 15 °C nicht unbedingt erträglicher.

Trotzdem hatten wir heute Glück als wir nach Alcatraz aufbrachen. Die Sonne schaffte es zumindest ab und zu durch die Wolkendecke zu brechen, sodaß wir wenigstens ein paar Bilder mit nicht grauem Hintergrund schießen konnten. Außerdem sind wir natürlich auch ein paar Mal mit dem Cable Car gefahren, in Chinatown gewesen und haben die Fishermen's Wharf erkundet.
 
Morgen machen wir uns dann auf den Weg ins Silicon Valley, zum Yosemite National Park. Von dort geht's dann über den Sequoia National Park und eventuell San Diego nach Los Angeles. Und dann bin ich auch schon fast wieder auf dem Weg nach Deutschland. Bis denne!

1 Kommentar 26.5.09 06:45, kommentieren

Eintrag 11: Halbzeit, Mormonen und Bisons

11 Tage sind rum, bleiben 11 Tage um nach LA zurückzukehren. Die letzten 1500 Meilen haben wir vor allem im Auto zugebracht.
 
Nachdem wir in Richfield noch mal ausgeschlafen hatten, sind wir hoch nach Salt Lake City gefahren. Dort haben wir zur Abwechslung mal in einem Hostel eingecheckt und sind dann erstmal zu Fuß 10 Minuten zum Temple Square gelaufen, um uns ein bisschen bei den Mormonen umzuschauen.

Erst haben wir uns draußen ein wenig umgesehen und dann wollten wir in den Tempel. Da kam dann allerdings gleich ein ganz in weiß gekleideter Herr auf uns zu, der uns daraufhin wieß, daß das Betreten des Tempels nur den Gläubigen erlaubt sei, wir aber eine Führung durch die restliche Anlage bekommen könnten. Und zack! standen auch schon die "Beautiful Sisters" Harris und Hon neben uns, beide in schlichter, uniformierter Kleidung mit einem Namensschild und einer kleinen Flagge des Geburtslandes versehen. Stephan war, mein "äh, woll'n wir nich' schnell da lang?" überhörend,  dafür die Führung mitzumachen. Sister Harris (USA) und Sister Hon (Südkorea) versicherten, wohl weil ich meinen skeptischen Blick nicht ganz verbergen konnte, daß die Tour "nur" 30 Minuten lang sei.
Was dann kam, war eine 60 minütige Tour mit den beiden Sisters, die so um die 20 gewesen sein müssten, und einem Mormonen-Missionar, der ganz zufällig auch in unserem Alter war und gut deutsch konnte.
Zeugen Jehovas? Kennt ihr, oder? Treten immer zu zweit auf, und möchten euch was aus der Bibel vorlesen? Werden von mir in der Regel mit einer geschlossenen Tür oder einem herzhaften Lachen begrüßt. Hier waren's nun drei, zum Lachen war mir nicht zu Mute und eine Tür gab's leider auch nicht - also Augen zu und durch.
Kurz zusammengefasst: Die Mormonen glauben, daß nach dem Tod Christi und seiner Apostel, keiner mehr auf Erden wandelte, der die Sünden der Menschen vergeben konnte. Aber zum Glück kam dann Mitte des 19. Jahrhunderts Johannes, der Täufer, nochmal in die USA und taufte Joseph Smith, der somit zum Propheten wurde und als nächstes das Buch Mormon ausbuddelte, daß 421 n. Chr. vom Propheten und späteren Engel Moroni den amerikanischen Ureinwohnern gegeben wurde. Damit ausgestattet konnte dann die Kirche Christi wieder hergestellt werden und somit gibt's wieder jemanden, der Sünden vergeben darf.
Zum Abschluss sollte ich dann noch meine Kontaktdaten hinterlegen, damit Missionare der deutschen Abteilung mir noch mehr Informationen geben können oder bei einem Besuch meine Fragen beantworten könnten. Und falls ich Freunde und/oder Bekannte hätte...
Ich war jedenfalls froh, als wir abends wieder im Hostel ankamen.

 
Am nächsten Tag ging's dann weiter im Auto von Utah über Idaho nach Wyoming rein bis kurz vor den Yellowstone National Park. Dort konnten wir uns in dem Ort Jackson wieder in einem Hostel einnisten und planten dort dann den nächsten Tag. Wir hatten gehört, daß im Yellowstone noch Schnee lag und ein Teil der Strecken, deshalb noch gesperrt sei. Wir entschieden uns dann nach einigem hin und her und Stephans Schuhwerk, daß es besser sei, möglichst viel mit dem Auto zu machen und nur zu Wandern, wenn die Pfade schneefrei wären.

Am Ende sind wir einen ganzen Tag mit dem Auto im Park unterwegs gewesen und auch erst nach Einbruch der Dunkelheit aus dem Park rausgekommen.

Heute morgen sind wir dann nochmal rein und dann über Montana wieder zurück nach Idaho.

 
Morgen schauen wir uns hier in der Nähe die Craters of the Moon an, bevor's dann weitergeht nach Reno. Dort werden wir nochmal versuchen die Reisekasse aufzubessern und uns dann Richtung San Francisco aufmachen.

1 Kommentar 19.5.09 05:51, kommentieren